Aug. Krämer Kornbrennerei

25. März 2008

(arbeiterdichter) Heute beginne ich die kleine Reihe über die Dortmunder Qualitätsroute mit der Aug. Krämer Kornbrennerei:

Die 1863 gründete Brennerei und Likörfabrik Krämer ist bis heute ein Familienbetrieb und zählt zu den ältesten Dortmunder Traditionshäusern. Inhaber sind heute Carmen und Hans-Hermann Krämer. Bekannt ist vielen der „Dortmunder Tropfen“, ein leckerer Kräuterlikör.

Foto: dosron

Doch es gibt viel mehr: Die Schokolaterie und Kräuterkammer liegt versteckt in einem Innenhof, der Verkaufsraum besticht durch Modernität und Offenheit. Wer hier hinfindet taucht ein in ein Paradies von Gerüchen und Geschmäckern. Das Sortiment reicht von edlen Bränden, betörenden Kräuterlikören über sinnlichen Trüffelschokoladen und Pralinen bis süßen und scharfen Trinkschokoladen. Alles aus eigener Herstellung! Man hat die Möglichkeit, zu probieren und zu testen. Die Beratung durch die Patisserie-Meisterin Monika Wechsler ist freundlich und persönlich. Wer Lust hat, seinen Liebsten eine Besonderheit aus Dortmund mitzubringen, dem empfehle ich die Dortmunder Kohle. Schaut doch mal rein und lasst euch beeindrucken. Dortmund hat mehr zu bieten als eine Leonidas-Filiale.

Adresse:

Schwanenwall 31 - 35
D-44135 Dortmund

Öffnungszeiten:
Mo von 9.oo bis 12.oo
Di bis Fr von 9.oo bis 17.oo
Sa von 11.oo bis 13.oo


Berlin, Berlin, fahre ich eigentlich nach Berlin?

19. März 2008

Jena

Ich dachte ja erst, um Karten für das Pokalfinale zu bekommen, müsste ich mich zu den Tokio-Hotel-Mädchen gesellen, die seit einer Woche an der Westfalenhalle campen, um nach Tagen des Bodenfrosts irgendwann erschöpft an der Theke der Geschäftsstelle zu erfahren, dass die letzten Karten gerade weggegangen sind.

Das ist jetzt aber nicht nötig, da der BVB eine ganz ordentliche Prozedur eingerichtet hat, in dem er die Karten unter Dauerkarteninhaben (ich!) und Mitgliedern verlost. Das Verfahren lässt zwar noch einige Fragen offen (Übertragbarkeit der Karten, Wieviele Karten darf man bestellen, wenn man mehr als eine Dauerkarte besitzt? etc.), aber das wird sicher in den nächsten Tagen noch geklärt.

Na denn mal Daumen drücken…

PS: Ich drücke übrigens heute abend NICHT den Bayern die Daumen (wie Chrille Wörns). Ich hoffe auf Wolfsburg als Final-Gegener, schließlich wollen wir doch den Titel, oder nicht?


Viel Spass im GV…

12. März 2008

(pasi) Kleingartenvereine (auch KGV und seit Neustem nur noch obszöner Weise GV abgekürzt) sind eine sehr urbane Institution und da ich als süddeutsches Landei aufwuchs, war mir das Kleingartentum weitgehend fremd und wirkte eher spießig auf mich. Mein Leben macht immer mal wieder Wendungen, die ich so nicht vorhergesehen hätte. Seit eineinnhalb Jahren sind meine Frau und ich nun Vereinsmitglied in einem Kleingartenverein – und was soll ich sagen, es ist ziemlich geil (und natürlich sehr spießig!). Zum einen ist da die Verbindung zur Natur, auch wenn es die Aufgaben eines jeden ordentlichen Kleingärtners mit einem Funken Ehre in der Brust ist, der Natur ganz deutlich ihre Grenzen aufzuzeigen. Zum anderen ist da ein spannendes Vereinsleben, das häufig viel Skurriles zu bieten hat.

Das bundesweite Presseorgan der organisierten Kleingärtner ist der „Gartenfreund“. Wahrscheinlich ist die Postille gleich nach der ADAC Motorsport das zweit häufigste Magazin in Deutschland. Aber während der ADAC Motorsport seine X Mio. Leser hinter sich weiß, wenn er hemdsärmlig Autolobby verzapft (bla bla bla Steuern runter, mehr Straßen, weniger Blitzen…), ist der Gartenfreund schon fast als subversiv zu bezeichnen. Denn obwohl der Gartenfreund in jeder Ausgabe versucht seinen Lesern zum ökologisch Nachhaltigen Umgang im Garten zu erziehen, stößt er doch beim Großteil der Zielgruppe auf taube Ohren. Nun gut, die tauben Ohren sind sicher auch altersbedingt :-) Der Altersdurchschnitt der Gartenfreunde in unserem Gartenverein liegt jenseits der 60 Jahre. Aber dass auch noch Menschen im biblischen Alter den Schalk im Nacken sitzen haben können, beweist folgender Vorfall. Nachdem wir versucht haben unsrer Gartenteich „goldfischfrei“ zu halten, mussten wir letzte Woche feststellen, das jemand diverse Goldfische in unseren Teich eingesetzt hat? Noch habe ich die Hoffnung, sie seien nur während eines Urlaubs bei uns „geparkt“, aber ich fürchte so langsam müssen wir uns an unsere neuen Gartentiere gewöhnen.
Unser Teich im GV


Dortmund goes Shopping

11. März 2008

(arbeiterdichter) Auch die Dortmunder Innenstadt blieb in den letzten Jahren nicht von der zunehmenden Filialisierung verschont. Doch 47 alteingesessene Einzelhändler und Geschäftsinhaber wehren sich: Sie haben sich zur Dortmunder Qualitätsroute zusammengeschlossen.

ballet

Foto: dev null, Flickr

Erstellt wurde eine Art Stadtführer, in dem sie die Kaufleute mit ihren Geschäften und den darin angebotenen Produkten und Dienstleistungen vorstellen. Diese Informationen sind auch im Internet unter www.qualitaetsroute-dortmund.de zu finden.

Obwohl ich schon über 10 Jahre in Dortmund lebe, sind mir noch viele Geschäfte unbekannt. Ich meine, die Qualitätsroute ist eine tolle Idee. Sie macht Lust, auf Entdeckungsreise in der Dortmunder “Einzelhandels-Szene” zu gehen. Im Rahmen dieses Blogs möchte ich daher in unregelmäßigen Abständen von meinen Erfahrungen auf der Qualitätsroute berichten.

Nachtrag am 12.03.2008: Das Thema wurde heute auch von DerWesten aufgegriffen.


Kinderoper des Grauens

10. März 2008

(marc) In Dortmund wird im Mai eine Kinderoper eröffnet. Kann man eigentlich nix gegen haben. Viel Geld für den Bau war wohl nicht da, daher wurde neben dem “großen” Opernhaus/Theater ein “temporärer Bau” errichtet (an der Uni sagte man “Pavillon” dazu), also quasi eine Wellblechhütte auf einem Fundament. Ist erstmal auch nix gegen zu sagen.

Aber leider kam wie meistens in dieser Stadt, wenn ein guter Grundgedanke da ist, mal wieder jemand mit einer bekloppten Idee um die Ecke, um das Ganze zu versauen: “Wie wäre es denn, wenn wir versuchen, die Kinderoper trotz der wenigen Kohle ein bisschen so aussehen zu lassen, wie sein großer Bruder nebenan?”

Herausgekommen ist ein Kleinod der Ingenieurskunst, ein architektonisches Meisterwerk, das so unglaublich schlecht ist, dass man schon wieder drüber lachen könnte, wenns nicht so traurig wäre.

Aber sehen sie selbst:

ORIGINAL
Dortmunder Theater

FÄLSCHUNG
Kinderoper


Kirchtürme, RVR und Ruhrdistan

7. März 2008

St. Petri in Dortmund, Foto: e.phelt
Foto: e.phelt, Flickr

Seit Tagen plane ich schon, einen Artikel über den Aufstand der Bürgermeister gegen den RVR, angeführt von unserem OB Langemeyer, zu veröffentlichen. Aber um ehrlich zu sein, ist die ganze Materie zwar sehr interessant und wichtig, aber auch so dermaßen verzwickt und kompliziert, dass ich mich an den Komplex nicht rantraue. Das können die Kollegen von ruhrbarone.de viel besser. Zum Beispiel hier, hier, hier, hier und besonders hier.

Und über den größeren Komplex Verwaltung, Filz und Bürokratie im Ruhrgebiet gibt es einen exzellenten und höchst amüsanten Artikel bei derwesten.de.

Ich denke, bei solch einem Thema sollte man ruhig mal die Profis sprechen lassen. Und meine Meinung zum Thema deckt sich mit der von Stefan Laurin von den Ruhrbaronen: Natürlich ist das Ruhrgebiet „überregiert“ und natürlich wäre es wünschenswert, die Verwaltungsstrukturen zu verschlanken. Ebenfalls macht es bei vielen politischen Entscheidungen Sinn, nicht nur aus Sicht einer Kommune zu entscheiden (Kirchturmdenken!), sondern aus Sicht der ganzen Region (z.B. bei der Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel.)

Aber ob es jemals wirklich zu einer Verschlankung kommt, wage ich zu bezweifeln. Dazu fehlt es bei Politik und Verwaltung einfach an Willen und an einen groß angelegten öffentlichen Aufstand glaube ich auch nicht. Schließlich steht so ungefähr in jedem Wahlprogramm der letzten 30 Jahre als Ziel der Abbau von Bürokratie. Und? Hat’s irgendwo etwas genutzt?


Kreativwettbewerb “Begegnung in der Nordstadt” ausgelobt

6. März 2008

51° Nord Wettbewerb

(marc) Aufgrund beruflicher Verbindungen bin ich dem noch sehr jungen Verein “51°Nord - das Dortmunder Kreativnetzwerk” sehr verbunden. Dieser Verein lobt nun zum ersten mal einen Wettbewerb aus, bei dem Künstler und Kreative (und welche, die es sein möchten) Arbeiten zum Thema “Begegnung in der Nordstadt” einreichen können. Sämtliche künstlerische Bereiche wie Malerei, Illustration, Grafikdesign, Fotografie oder einem Mix aus allem sind zugelassen.

Dank netter Sponsoren gibt es auch etwas zu gewinnen, und zwar insgesamt 3.000 Euro Preisgelder. Zudem werden die besten Arbeiten im Mai an verschiedenen Orten der Nordstadt ausgestellt.

Wer also hier an der Möllerbrücke vorbeisurft, eine kreative Ader hat und sich mit der Nordstadt auseinandersetzen möchte, schaut bitte mal auf www.51nord.de, dort gibt es weitere Informationen, Teilnahmebedingungen etc. Einsendeschluss für Arbeiten ist der 30. April 2008.


Ein Sonntagabend mit Toni Mahoni

4. März 2008

mahoni1.jpg

(marc) [UPDATED] Letzten Sonntag war es mal wieder soweit: Ich war auf einem Konzert, und zwar Toni Mahoni im Bahnhof Langendreer. Mahoni hab ich - wie bestimmt viele von euch Bloggern - schon vor relativ langer Zeit bei Spreeblick entdeckt und mir gefielen seine Alltags-Gedanken mit Fluppe und Kaffee immer sehr gut. Manchmal griff er auch zur Gitarre und sang ein kleines Liedchen. Das hat er nun offenbar immer öfters gemacht, sich eine Band organisiert, einen Plattenvertrag bekommen und letzten Donnerstag ist seine Tour gestartet.

Vor etwa 30 Leuten spielte er dann also Sonntagabend zwischen Bochum und Dortmund. Und was soll ich sagen: ich war begeistert! Diese kleinen Lieder (kaum länger als zwei Minuten) mit zum einen kulinarischen Themen (Kaffee, Zigarette, Fleisch) und zum anderen den ganz großen Themen (Freundschaft, Liebe, Beziehungen etc.) sind auf den ersten Blick eher lustig angelegt.

kaffee trinkt ja jede sau
im büro und aufm bau

Zum Schmunzeln sind diese Texte, insbesondere wenn in Mahonis Berlinerisch vorgetragen. Und zum Schmunzeln und laut Lachen sind auch die Ansagen und Stories, die er zu den Liedern auf der Bühne erzählt (ungewöhnlich an einem Tisch sitzend, aber im Hinblick auf sein Videoblog nur konsequent).

Im Laufe des zweistündigen Konzerts begibt man sich aber immer mehr in die oft melancholische Gedankenwelt des Mahoni, in der eben nicht alles zum Lachen und/oder ironisch ist, sondern oft schwermütig.

meine sehnsucht ist verflossen
nur der schmerz bleibt noch zurück
den hab ich heut nacht begossen
doch auch der fällt bald zurück

Am Schluss geht man mit dem gutem Gefühl nach Hause, einen jungen, unerfahrenen Liedermacher erlebt zu haben, der hoffentlich zu Höherem berufen ist. Dass Toni Mahoni (noch) kein großer Musiker ist, merkte man spätestens beim Kauf der CD direkt bei ihm vor der Bühne. Dort war er auf einmal nicht mehr so wortgewandt und lässig wie auf der Bühne oder im Videoblog, sondern schüchtern und zurückhaltend. Sympathisch!

Also, unbedingt ansehen und glücklich nach Hause gehen. Es gibt noch einige Termine in der Nähe, und im Oktober sogar in Dortmund.

Übrigens freue ich mich seit dem Konzert auf den Sommer und die Biergartensaison, wegen der großartigen Zugabe “Radler”:

ja es ist wieder Zeit
fürn jezapftet bier mit sprite
oder selbstjemixt zuhause
flasche pils und irgend ne brause

UPDATE: Gerade muss ich im Tour-Tagebuch des Pianisten Pierre Robert lesen, dass Mahoni und die Band mit dem Konzert bzw. dem Publikum gar nicht so zufrieden waren. Das ist natürlich schade und ich schäme mich etwas, dass ich der Band nicht deutlicher meine Begeisterung gezeigt habe. Lieber Mahoni und Band: So sind sie halt, die Ruhrgebietler. Solange es nicht um Fussball geht, sind sie schwer zu begeistern. Aber wie gesagt: Das Konzert war großartig und die Meinungen im Publikum waren aus meiner Sicht durchweg sehr positiv! Viel Erfolg noch auf der Tour!


Bundesstraße zur Liebe

22. Februar 2008

Loveparade Artwork
Bild: Screenshot www.loveparade.de

(marc) Als vor etwa eineinhalb Jahren bekannt wurde, dass Dortmund nach Essen die Loveparade 2008 ausrichten werde, dachte ich mir in etwa: „Mein Gott, hat Dortmund es wirklich nötig, sich jeder noch so blöden Aktion an den Hals zu werfen, nur damit die Stadt national in der Presse wahrgenommen wird?“ Außerdem hatte aus meiner Sicht (und ich bin echt kein Techno-Kenner) die Loveparade ziemlich seinen ursprünglichen Independent-Charakter verloren und ist daher kulturell auch völlig irrelevant geworden.

Und noch heute frage ich mich, was an der Loveparade für Dortmund so toll sein soll, wo doch die Stadt Berlin über Jahre hinweg gar nicht mehr so zufrieden war und die Kosten für Müll- und Drogenkidsentsorgen immer höher wurden.

Okay, Dortmund wird für einen Tag in den Nachrichten sein, aber ist es das wert? Werden die 1-1,5 Millionen Besucher tatsächlich soviel Geld in den Läden der Stadt lassen, das damit die hohen Kosten zu rechtfertigen sind? Ich habe da meine Zweifel, lasse mich aber auch gerne eines besseren belehren.

Nun zur aktuellen Entwicklung: Auf einer Pressekonferenz am 18.2. gaben die Organisatoren der Loveparade und Vertreter der Stadt den Termin und den Ort des diesjährigen Zappelumzugs bekannt. Am 19.07.08 wird auf der B1 und an den Westfalenhallen abgedanced, bis der Arzt kommt. Aus meiner Sicht ein zwar etwas biedere, doch gute Entscheidung. Der Plan, das ganze in der Innenstadt und am U ablaufen zu lassen, war wohl zu verwegen. Dort ist einfach zu wenig Platz für die Menge und am Bahnhof wäre es zu großen Engpässen gekommen. Schade ist, dass das Dortmunder U so nicht medial ins Licht gesetzt werden kann, dass wäre eine gute Werbung im Hinblick auf den Umbau gewesen.

Moellerbruecke.de fragt sich natürlich: Was wird das für Auswirkungen auf unser Viertel haben, wenn eine Million Menschen vom Hauptbahnhof kommend durch die Hohe Straße und Lindemannstraße zur B1 hoch laufen? Bei BVB-Heimspielen ist man ja schon diverse Wildpinkler und komplett besoffene Vierzehnjährige am Samstagmittag gewöhnt, aber wir reden hier von dem ca. 15fachen an Menschen. Ich bin gespannt und werde unser Kellerfenster schließen.

Demnächst mehr an dieser Stelle.


Degen, bleib bei deinen Leisten

21. Februar 2008

Zitat des Tages beim kurzen Überfliegen der heutigen Sportseite der WR:

“Mein Kopf ist nur bei meiner Leiste.”

Philipp Degen zu seinem derzeigigen Gemütszustand.