
(marc) [UPDATED] Letzten Sonntag war es mal wieder soweit: Ich war auf einem Konzert, und zwar Toni Mahoni im Bahnhof Langendreer. Mahoni hab ich - wie bestimmt viele von euch Bloggern - schon vor relativ langer Zeit bei Spreeblick entdeckt und mir gefielen seine Alltags-Gedanken mit Fluppe und Kaffee immer sehr gut. Manchmal griff er auch zur Gitarre und sang ein kleines Liedchen. Das hat er nun offenbar immer öfters gemacht, sich eine Band organisiert, einen Plattenvertrag bekommen und letzten Donnerstag ist seine Tour gestartet.
Vor etwa 30 Leuten spielte er dann also Sonntagabend zwischen Bochum und Dortmund. Und was soll ich sagen: ich war begeistert! Diese kleinen Lieder (kaum länger als zwei Minuten) mit zum einen kulinarischen Themen (Kaffee, Zigarette, Fleisch) und zum anderen den ganz großen Themen (Freundschaft, Liebe, Beziehungen etc.) sind auf den ersten Blick eher lustig angelegt.
kaffee trinkt ja jede sau
im büro und aufm bau
Zum Schmunzeln sind diese Texte, insbesondere wenn in Mahonis Berlinerisch vorgetragen. Und zum Schmunzeln und laut Lachen sind auch die Ansagen und Stories, die er zu den Liedern auf der Bühne erzählt (ungewöhnlich an einem Tisch sitzend, aber im Hinblick auf sein Videoblog nur konsequent).
Im Laufe des zweistündigen Konzerts begibt man sich aber immer mehr in die oft melancholische Gedankenwelt des Mahoni, in der eben nicht alles zum Lachen und/oder ironisch ist, sondern oft schwermütig.
meine sehnsucht ist verflossen
nur der schmerz bleibt noch zurück
den hab ich heut nacht begossen
doch auch der fällt bald zurück
Am Schluss geht man mit dem gutem Gefühl nach Hause, einen jungen, unerfahrenen Liedermacher erlebt zu haben, der hoffentlich zu Höherem berufen ist. Dass Toni Mahoni (noch) kein großer Musiker ist, merkte man spätestens beim Kauf der CD direkt bei ihm vor der Bühne. Dort war er auf einmal nicht mehr so wortgewandt und lässig wie auf der Bühne oder im Videoblog, sondern schüchtern und zurückhaltend. Sympathisch!
Also, unbedingt ansehen und glücklich nach Hause gehen. Es gibt noch einige Termine in der Nähe, und im Oktober sogar in Dortmund.
Übrigens freue ich mich seit dem Konzert auf den Sommer und die Biergartensaison, wegen der großartigen Zugabe “Radler”:
ja es ist wieder Zeit
fürn jezapftet bier mit sprite
oder selbstjemixt zuhause
flasche pils und irgend ne brause
UPDATE: Gerade muss ich im Tour-Tagebuch des Pianisten Pierre Robert lesen, dass Mahoni und die Band mit dem Konzert bzw. dem Publikum gar nicht so zufrieden waren. Das ist natürlich schade und ich schäme mich etwas, dass ich der Band nicht deutlicher meine Begeisterung gezeigt habe. Lieber Mahoni und Band: So sind sie halt, die Ruhrgebietler. Solange es nicht um Fussball geht, sind sie schwer zu begeistern. Aber wie gesagt: Das Konzert war großartig und die Meinungen im Publikum waren aus meiner Sicht durchweg sehr positiv! Viel Erfolg noch auf der Tour!